Flitterwochen

Wir fahren Mitte Juli auf unsere Filtterwochen nach Tschechien (Krumau und in entlegene Böhmische Landschaften) sowie nach Niedersachsen. Dort genießen wir zwischen alten Burgen, Kirchen und Fachwerkhäusern oder in der Natur bei Weizenfeldern, unberührten Wiesen und Wäldern die Zeit zu dritt. Ausgiebige Spaziergänge, kulinarische Höhepunkte wechseln sich mit zahlreichen Saunagängen und Entspannung ab.

Český Krumlov

Freitag

Am letzten Arbeitstag habe ich einen etwas kürzeren Tag vor mir. Nach 6 Stunden Arbeit geht es nach dem Autocheck nach Hause zum Einladen, um danach Laura und Nala an der Alten Heide einzusammeln. Unser Weg führt uns über die A92 Richtung Osten und dann durch den Bayerischen Wald nach Krumau. Nach der Grenze fallen uns in Tschechien direkt die unberührten Weiten auf: Wälder und natürliche Wiesen wechseln sich mit einigen Feldern und wenigen Dörfern ab. Unser Weg führt uns über geschlängelte Landstraßen Richtung Krumau, wo wir gegen 8 Uhr abends ankommen. Wir tragen den nötigsten Teil unseres Gepäcks zur Unterkunft mitten in der Altstadt und gehen, erledigt von der Fahrt, bald schlafen.

Samstag

Etwas ausgeruht, aber keineswegs voll ausgeschlafen, stehen wir gegen halb 7 Uhr auf, um mit Nala spazieren zu gehen und Frühstück zu suchen. Dabei finden wir einen kleinen Park am Fuße des Schlosses von Krumau, wo Nala direkt ein morgendliches Bad nimmt und sich im Gras wälzt. Nachdem wir unter der Mantelbrücke des Schlosses in Richtung Moldau gegangen sind, drehen wir eine kleine Runde durch das Zentrum von Krumau und laufen langsam wieder Richtung Unterkunft. Dort wartet der Wirt schon mit dem teils vorbereiteten Frühstück auf uns und fragt, wann wir das inkludierte Frühstück denn haben wollen. Überrascht von der Tatsache, dass wir doch Frühstück dabei haben, beschließen wir, das direkt zu nutzen. Das etwas fleischlastige, eher traditionelle Frühstück schmeckt uns sehr gut und besonders das Gebäck mögen wir gerne. Gut gestärkt gehen wir mit Nala noch eine größere Runde spazieren. Unser Weg führt uns durch den Schlosspark weiter in die umliegende Wald- und Wiesenlandschaft. Zurück vom Spaziergang trinken wir an der Moldau einen Kaffee bzw. eine Cola. Während wir dort sitzen, fahren am laufenden Band Bootsfahrer vorbei und grüßen. Danach entspannen wir im Zimmer, um das Formel-1-Qualifying zu schauen. Anschließend spazieren wir entlang der Moldau um Krumau herum und laufen noch einmal über den zentralen Marktplatz, um dann in einem vegetarischen Restaurant zu abendzuessen. Der bestens gelaunte Wirt scherzt mit uns und bringt uns superleckere Guacamole, Chili sin Carne und ein traditionelles osteuropäisches Gericht, während wir wieder einmal den Ausblick auf die Moldau genießen und den wackeren (= besoffenen) Bootsfahrern winken. Den Tag lassen wir bei einer kleinen Aperol-Ape ausklingen und lauschen den sanften Klängen der singenden Bootsfahrer, die die gleiche Idee gehabt haben.

Sonntag

Wieder stehen wir früh auf, gehen mit Nala und frühstücken dann in der Unterkunft. Danach packen wir unsere Sachen und bringen sie ins Auto. Währenddessen wird das Wetter schon regnerischer und wir wollen noch in ein Café, das uns durch den guten Gebäckgeruch schon vorher aufgefallen ist. Scheinbar sind aber auch viele andere auf die Idee gekommen, vor dem schlechten Wetter in das Café zu flüchten. Deswegen drehen wir noch eine Runde im Regen durch die Stadt, in der Hoffnung, dass danach etwas frei ist. Als wir zurückkommen und kurz warten, bekommen wir auch einen Tisch und stärken uns mit Matcha, Kaffee und Croissants, um die lange Reise von 1,5 Stunden zu unserer nächsten Unterkunft anzutreten. Auf dem Weg schauen wir uns noch das Schloss Státní zámek Hluboká bei Budweis an, wobei uns hier ein Gewitter einen Strich durch die Rechnung macht. Das Schloss erinnert uns sehr an Harry Potter und vielleicht fahren wir dort noch einmal bei trockenerem Wetter hin. Nachdem wir noch ein paar Lebensmittel eingekauft haben, kommen wir in unserer Unterkunft „Hide and Seek“ nahe Chanovice an. Sie liegt mitten im Nirgendwo neben einem kleinen Fischteich und am Waldesrand. Die Unterkunft ist ein Tiny House mit Sauna und gefällt uns durch ihre Abgeschiedenheit sehr gut. Gestärkt mit Nudeln gehen wir in die Sauna und lassen den Tag ausklingen.

Tiny House in Chanovice

Montag

In der Nacht hat uns Nala öfter durch ihr Herumlaufen geweckt, weil sie vom Blinken der ladenden Zahnbürste beunruhigt war. Ich war deswegen morgens mit Ausschlafen beschäftigt, während Laura schon früh eine Minirunde mit Nala um den Fischteich gegangen ist. Nach einem Frühstück draußen auf der Terrasse gehen wir mit Nala durch Wald und Wiesen spazieren. Nala bringt ihre Zufriedenheit durch ausgiebiges Schnüffeln und zahlreiche Wälzer zum Ausdruck. Nach der Spazierrunde kochen wir wieder Nudeln und fahren nochmal einkaufen, diesmal nach Blatná. Dort gehen wir zum Schloss und zur Kirche in dem kleinen, netten Ort, bevor wir wieder durch die malerische Hügellandschaft zurückfahren. Entspannt ruhen wir uns am See aus und gehen abends – wie sollte es auch anders sein – in die Sauna.

Dienstag

Heute sind wir nach einem Müslifrühstück in Richtung Süden spazieren gegangen, um dort die Felder, Wälder und Seen zu erkunden. Im Gegensatz zu der Runde durch Wälder und Wiesen im Norden unserer Unterkunft liegen im Süden des Dorfes Kuhweiden mit sehr vielen hübschen Mutterkuhherden. Die Misch- und Kiefernwälder sind etwas kleiner und der Feldweg, auf dem wir laufen, durchschneidet Gersten- und Haferfelder. Vorbei an Seen, die von zahlreichen Enten besiedelt sind, gehen wir weiter und weiter und nehmen eine kleine Abkürzung über eine Wiese zurück durch den Ort zu unserem Tiny House. Dort angekommen ruhen wir uns in der Sonne bei Kaffee und Tee aus und beginnen dann, Kartoffeln, Grillkäse, Auberginen und Zucchini fürs Grillen vorzubereiten. Gegrillt wird über einer Feuerschale und es schmeckt natürlich hervorragend. Gut gestärkt gehen wir ausgiebig saunieren und schließlich selbst gut durchgewärmt ins Bett.

Mittwoch

Diesmal gehen wir eine etwas kleinere Runde durch den angrenzenden Wald spazieren, da der Plan ist, am Nachmittag noch einen kleinen Ausflug zu machen. Zurück vom Spaziergang machen wir uns einen Salat, garniert mit den Grillresten, und entspannen weiter bei einem Wechsel aus sonnigen und wolkigen Abschnitten. Nachmittags fahren wir zur Burg Klingenberg (Zvíkov), die an der Mündung der Otava in die Moldau (Vltava) auf einer kleinen Landzunge zwischen den Flüssen liegt. Zuerst spazieren wir durch die Burg und hören am Gesang, dass in der Kirche wohl gerade ein Gottesdienst beginnt. Danach erkundet die Drohne die Burg noch für uns, bevor wir zum Schloss Orlík fahren, das etwas weiter flussabwärts an der Moldau liegt. Dort schauen wir uns den wunderschönen Schlosspark an, der eher im englischen Stil angelegt ist. Diese Erkundungen haben uns hungrig gemacht und wir beschließen, erst in Blatná einzukehren. Leider haben uns die Restaurants dort nicht so angesprochen, sodass wir am Ende doch wieder selbst Nudeln gekocht haben.

Donnerstag

Heute gehen wir eine große Runde durch die zwei benachbarten Dörfer Černice und Defurovy Lažany. Eigentlich wollten wir zu dem See hinter Černice, haben aber keinen passenden Weg gefunden. Wir genießen noch einmal die ländliche Ruhe und die schöne Umgebung mit den unberührten Wiesen zu geniesen. Den Rest des Tages haben wir ansonsten einfach nur hart gechillt, die Füße hochgelegt und Buch gelesen.

Freitag

Heute fahren wir zuerst nach Vranovice ins Café Pecka, das zwar nicht wirklich auf dem Weg liegt aber auf Maps durch unwiederstehlich aussehende Desserts überzeugt. Danach geht es weiter nach Pilsen, wo wir uns auf die Spuren des berühmten Pilsner Bieres begeben. Wir laufen durch die wunderschöne Altstadt und schauen uns den zentralen Platz an, bevor wir weiter zur Großen Synagoge spazieren. Unser Weg führt uns durch die angrenzenden Grüngürtel und Parks, vorbei an einem alten Hotel, das von außen wie die perfekte Kulisse aus einem klassischen James-Bond-Film wirkt. Nachdem wir auf diesem Weg einmal die gesamte Altstadt umrundet haben, biegen wir schließlich ab Richtung Pilsner Urquell Brauerei. Die Brauerei ist offensichtlich der Touristenmagnet der Stadt. Im Souvenirshop haben wir das Pech, genau den größten Ansturm abzubekommen, sodass wir erst einmal einiges an Geduld brauchen. Nachdem wir unseren Einkauf schließlich erfolgreich erledigt und die Mitbringsel ins Auto gepackt haben, machen wir uns schnurstracks auf den Weg zu einem Italiener, um dort richtig leckere napoletanische Pizza zu essen. Abends fahren wir zurück nach Chanovice und lassen den Tag entspannt auf den Liegen an unserem Teich ausklingen.

Samstag

Unser heutiger Ausflug führt uns zu einem verlassenen Lokschuppen. Dort stehen etliche alte, völlig zugewucherte Reisewagen und Diesellokomotiven: super zum fotografieren. Anschließend drehen wir eine große Runde auf einem Naturerlebnispfad durch einen schönen Kiefernwald. Nala ist dabei immer auf der Suche nach Wasser, da ihr mit ihrem dichten Fell bei den Temperaturen ordentlich heiß wird. Es ist also schwer sie von den Tümpeln fernzuhalten, die noch etwas Dreckwasser beinhalten. Diese Aufgabe dennoch gemeister belohnen wir uns in Horažďovice mit Kaffee und Kuchen, bevor es zurück zum Tiny House geht. Den Abend verbringen wir wieder mit Grillen an der Feuerschale und schauen dabei das Formel-1-Qualifying auf dem Hungaroring.

Sonntag

Wir starten den Tag mit einer großen Runde durch die Natur. Mittags verwerten wir unsere Kühlschrankreste erfolgreich (was auch nicht schwer ist, denn es ist nur Käse und Käse kann man nie zu viel essen). Den Nachmittag nutzen wir zum Chillen und um das Formel-1-Rennen zu verfolgen. Später verkochen wir die restlichen Lebensmittel, packen schon einmal vorläufig unsere Sachen zusammen und genießen ein letztes Mal die Sauna in unserer tschechischen Unterkunft.

Königslutter am Elm

Montag

Heute steht die letzte Runde mit Nala in Tschechien an. Danach packen wir das Auto final voll und treten die lange, etwa sechseinhalbstündige Autofahrt nach Königslutter an. Dort angekommen müssen wir leider feststellen, dass die Unterkunft nicht ganz so gut gepflegt ist wie das Hide and Seek in Tschechien. Unter anderem wurde ein großes Fenster von den Vorgängern bei Sturm offengelassen und ist dadurch komplett herausgerissen worden, weshalb es nun fest verbaut wurde und wir es nicht öffnen können. Ansonsten ist das Tiny House aber sehr geräumig und durch das helle Holz sowie die vielen Fenster deutlich lichtdurchfluteter. Abends fahren wir nach Helmstedt, um bei einem Asiaten sehr lecker zu essen, bevor wir uns in der (wohl vorerst letzten) kühlen Nacht entspannen.

Dienstag

Wir gehen am Morgen nur eine kleine Runde zum Auto und fahren direkt zum Bäcker Tolle, um ausgiebig und lecker zu frühstücken. Gut gestärkt machen wir im Anschluss einen Spaziergang durch den nahegelegenen Wald bei Königslutter. Den restlichen Tag nutzen wir ganz entspannt zum Ausruhen in unserer Unterkunft. Später fahren wir nach Celle, um uns dort das Schloss und die wunderschöne Altstadt mit ihren beeindruckenden Fachwerkhäusern anzuschauen. Danach essen wir noch leckeren Flammkuchen, müssen jedoch feststellen, dass hier um 19:00 Uhr gefühlt die Gehsteige hochgeklappt werden und fast alles schließt. Ein wenig Glück haben wir aber noch und ergattern ein Eis, bevor wir wieder die Heimfahrt antreten.

Mittwoch

Heute hat Laura Geburtstag, weshalb sie etwas ausschlafen darf und ich mich um das Frühstück kümmere. Es gibt andere Leckereien vom Aldi. Auch für das Abendessen haben ich direkt mit eingekauft. Danach gehen wir im Elm spazieren, wo Nala natürlich direkt wieder eine Runde baden geht. Am Nachmittag geht es nach Braunschweig – wieder einmal zum Eisessen und um sich etwas die Stadt anzuschauen, die allerdings leider nicht ganz so schön wie Celle wirkt. Auch die Leute scheinen hier nicht ganz so freundlich zu sein. Nach einem Spaziergang durch den Bürgerpark brechen wir langsam wieder Richtung Unterkunft auf. Dort angekommen müssen wir feststellen, dass auf dem Weizenfeld direkt vor unserem Tiny House schon mit dem Dreschen begonnen wurde. Weil das Feld aber riesig ist, ist erst ein kleiner Teil geschafft. In einer bunten Kombination aus Zuschauen, Fotografieren, Essen vorbereiten und eingestaubt-werden genießen wir den Abend. Der herrliche Geruch von frischem Stroh liegt in der Luft, während wir die Antipasti auf der Terrasse genießen. Nach und nach werden die Drescharbeiten ruhiger und am Ende unterhalten wir uns noch nett mit der Landwirtin, die sich sehr für unsere Drohnenaufnahmen interessiert und diese später sogar auf der Webseite des Hofes veröffentlicht.

Donnerstag

Den heutigen Tag gehen wir ganz ruhig an. Wir nutzen die Zeit, um einfach mal die in Ruhe zu lesen, chillen und Bilder zu bearbeiten. Wir geniesen die Natur rund um unser Tiny House und verbringen den Tag ohne großen Aufwand.

Freitag

Tagsüber gehen wir erst einmal im Elm spazieren, genießen den Anblick der abgeernteten Felder und entspannen ausgiebig an der Unterkunft. Am Abend machen wir noch einen kleinen Ausflug zu einer nahen Windmühle. Diese entpuppt sich allerdings als eine recht schräge Entdeckung, da sie über und über mit Kommunismus-Slogans und alten DDR-Artikeln vollgetextet ist.

Samstag

Heute sind wir schon früh im Elm unterwegs zum Spazieren und für eine Abkühlung für Nala. Danach wird an der Unterkunft gechillt, bevor es am Nachmittag zurück nach Königslutter geht. Der Kaiserdom ist wegen des anstehenden Sommerfests leider geschlossen, sodass wir ihn nicht von innen besichtigen können. Der Mann am Eingang weist uns recht forsch ab und meint nur, morgen sei wieder geöffnet. Nichtsdestotrotz ist es sehr schön, die Stadt zu erkunden. Wir spazieren an der 1000-jährigen Linde vorbei und drehen eine Runde um den Dom zwischen alten, malerischen Fachwerkhäusern. Ein spontaner Schlenker führt uns noch durch einen kleinen Park mit einem Ententeich, an dessen Ufer große Trauerweiden hängen. Zurück am Auto beschließen wir, noch ein Eis essen zu gehen, und landen in einem klassischen Old-School-Eiscafé Venetia. Da muss es dann natürlich der Alman-Klassiker schlechthin sein: ein Spaghetti-Eis. Vom Eis ein wenig durchgefroren fahren wir zurück und genießen abends bei einer Packung Pistazien den Sonnenuntergang.

Sonntag

Der Tag beginnt wieder entspannt mit einer Morgenrunde um die Felder, bevor wir im Haus chillen und einfach die Natur und die schöne Aussicht genießen. Abends geht es zuerst noch einmal nach Königslutter – wo der Dom aber leider immer noch geschlossen ist. Deshalb weichen wir spontan noch einmal in den Elm für einen Spaziergang aus und machen schließlich noch einen Abstecher zum Restaurant am Tetzelstein.

Montag

Nach einem Frühstück mit Camping-Semmeln, Croissant und leckeren Marmeladen und dem Abschiedsbaden von Nala, geht es leider schon zurück in die Heimat und wir treten die Heimreise entspannt durch einen tollen Urlaub an.

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